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ePost-Schnittstelle lohnt sich nicht

„Für Unternehmen mit hohem Sendungsaufkommen ist bereits jetzt die schnelle und einfache Anbindung über eine IT-Schnittstelle möglich.“

So lautete die Aussage der Deutschen Post auf deren Homepage http://www.epost.de/ unter der Rubrik „Geschäftskunden“. Gehen wir einmal zwei Monate zurück in die Vergangenheit: Der E-Postbrief wird kräftig beworben, an nahezu jeder Straßenecke preist die Post die Verbindlichkeit, Vertraulichkeit und Verlässlichkeit des E-Postbriefes an. Mit nur 55 Cent für einen Hybrid-Brief (Druck von bis zu drei Seiten inklusive Porto) ist der E-Postbrief für uns eine willkommene Alternative zum herkömmlichen analogen Brief. Ein Besuch auf der Homepage der Deutschen Post offenbart, dass der E-Postbrief derzeit nur für Privatkunden angeboten wird. Aber: „Für Unternehmen mit hohem Sendungsaufkommen ist bereits jetzt die schnelle und einfache Anbindung über eine IT-Schnittstelle möglich“. IT-Schnittstelle? Das ist doch genau das, was wir benötigen. Hohes Sendungsaufkommen? Etwas schwammig ausgedrückt, aber ich bin der Meinung, dass die Digineo GmbH ein hohes Sendungsaufkommen an Post hat. Nun ja, ich kann ja einmal bei der Servicenummer für den E-Postbrief anrufen und nachfragen, was es mit der IT-Schnittstelle auf sich hat. Guter Dinge wähle ich die 0228-92399329 und am Apparat ist eine freundliche Mitarbeiterin, die mir mitteilt, dass der E-Postbrief für Unternehmen noch nicht verfügbar wäre und ich mich im November noch einmal melden könne. Auf die Frage, was mit der IT-Schnittstelle wäre, die ja „bereits jetzt“ für Unternehmen mit hohem Sendungsaufkommen zur Verfügung stehen würde erklärt mir die freundliche Mitarbeiterin, dass es diese Schnittstelle noch gar nicht gäbe und sie auch nicht wüsste, warum das auf der Seite stehen würde. Natürlich kann es mal bei einem so großen Konzern wie der Deutschen Post AG vorkommen, dass Neuigkeiten nicht sofort bei allen freundlichen Mitarbeiten landen. Höflich bedanke ich mich für das nette Telefonat und wünsche der Dame noch einen schönen Tag.

In den nächsten Tagen rufe ich immer wieder bei der Servicehotline der Deutschen Post an und schildere mein Anliegen. Auch zitiere ich den Satz mit der IT-Schnittstelle, die ja bereits jetzt für Unternehmen mit hohem Sendungsaufkommen zur Verfügung stehen würde. Immer wieder wird mir mitgeteilt, dass es diese IT-Schnittstelle noch nicht gäbe. Manchmal kommt es allerdings vor, dass ein freundlicher Mitarbeiter mein Anliegen weiterleiten möchte und ich solle dann in den nächsten Tagen einen Rückruf erhalten. Nachdem dieser Rückruf ausblieb (vielleicht habe ich versehentlich jedes Mal eine falsche Nummer durchgegeben, denn die Post ist ja „verlässlich“ – oder gilt das nur für den E-Postbrief?) habe ich angefangen, parallel zu meinen Anrufen ein Fax an die DPAG zu senden. Bis zum heutigen Tage habe ich etliche Male bei der Deutschen Post angerufen und über einhundert Faxe mit der Bitte um Rückruf verschickt. Mittlerweile können sich zwar auch Unternehmen für den E-Postbrief registrieren, eine IT-Schnittstelle ist damit aber trotzdem noch nicht eingerichtet.

Am vergangenen Freitag habe ich endlich einen Rückruf eines Mitarbeiters der Deutschen Post bekommen. Da ich an diesem Tag nicht in der Firma war, habe ich den netten Herrn heute unter seiner Durchwahl zurückgerufen. Mir wurde mitgeteilt, dass die Einrichtung einer IT-Schnittstelle im 5-stelligen Bereich liegen würde.

Vielen Dank liebe Post. Für 10.000 EUR (da fängt bei mir 5-stellig an) kann ich für 25 Monate einen Mitarbeiter auf 400 EUR-Basis einstellen, der täglich unsere Post ausdruckt, kuvertiert, frankiert und zum Briefkasten bringt. Vielleicht gibt es in 25 Monaten dann ja eine bezahlbare IT-Schnittstelle für Jedermann.

3 Kommentare zu “ePost-Schnittstelle lohnt sich nicht

  1. Ha ha super. Eben habe ich noch eine Emailanfrage an die Post gesendet, weil ich genau das haben wollte. Hätte ich mir ja sparen können ^^

    Übrigens habe ich jetzt vermutlich eine Option ausgemacht, wobei ich noch nach Alternativen suche:
    http://www.maxrev.de/betrugspraevention-verifikation-der-daten-adresse-t176675,start,20.htm#2714500

    ioFactory nimmt aber schon mal ca. 30 Cent brutto pro Seite zzgl. Porto und sie haben eine handelsübliche HTTP Schnittstelle bzw. das ist der Preis, wenn man nur 10,- EUR Guthaben kauft.

    Ich brauche eine HTTP Schnittstelle für Webserver -> Postanschrift damit ich Verifikationscodes an unsere Mitglieder versenden kann. Sowas hatte ich mir eigentlich auch bei ePost erhofft. Das mit der 5-stelligen Summe ist wirklich ein Witz. So eine Schnittstelle kann jeder Webentwickler realisieren, nur ich hätte jetzt keine Lust mir so eine Druck- und Falzmaschine in den Keller zu stellen ^^

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